Die Geschichte von gestern und Brüssel im Regen

Heute wird es etwas länger, dann ich zunächst von gestern und dann aber auch von heute erzählen will.

Die Geschichte von gestern

Wie versprochen, die Geschichte von gestern, zu der ich einfach zu fertig war….

Gestern habe ich, wie heute auch, einfach mal ausgeschlafen. Irgendwie brauchte ich das.

Nach meinem Standartfrühstück bin ich dann losgestiefelt. Ich wollte zu Aldi um dort eine SIM-Karte zu kaufen. Jedoch ist hier Aldi nicht so verbreitet wie in Deutschland. Zudem ist Aldi, genauso wie Lidl eher ein Laden in dem Menschen mit geringerem Einkommen einkaufen gehen. Dementsprechend findet man Aldi in Brüssel in Gegenden, die eher ärmer sind. Insbesondere eben auch dort, wo viele Ausländer wohnen.

Ixxels, wo ich gerade wohne ist, neben seiner Eigenschaft als Studentenviertel eine Gegend, in der Menschen mit höherem Einkommen leben. Einfach gesagt, hier in der Nähe gibt es eben einfach keinen Aldi. Der Nächste ist ungefähr 50 min zu Fuß erreichbar. Ja…ich hätte auch mit der Tram fahren können. Aber ich hatte eben kein Ticket….und dass man in der Tram eigentlich nie kontrolliert wird, wusste ich nicht. Daher habe ich einfach beschlossen zu laufen.

Da ich mich nicht auskannte und aber auch keine Straßenkarte hatte, habe ich mir den Weg einfach vom Laptop abfotographiert. Ich dachte mir, dass es ja nicht sooo schwer sein könnte, den richtigen Weg zu finden.

Wie gesagt, ich bin also los….zwischendurch habe ich noch einen Abstecher zu Bioshanti gemacht. Einem, wie der Name wohl schon verrät, Bio-Markt in der Nähe. Der ist erstaunlich günstig im Vergleich zu den anderen Läden hier im Umkreis. Der Unterschied von Bio/ zT Vegan und „normalem“ Essen ist tatsächlich nicht sehr groß. Gerade bei den hier häufig zu findenden Tetrapaks mit Suppe, gibt es gar keinen preislichen Unterschied. Das hat mich schon ein wenig überrascht. Was hier aber tatsächlich sehr teuer ist, ist dummerweise Tofu. Es dazu auch wenig Auswahl. Es scheint eher so zu sein, dass hier viel aus Hülsenfrüchten gemacht wird.

Nun gut, nach meinem Besuch im Bioshanti bin ich auf einen kleinen Markt gestoßen. Nach dem ich aber, mein Handybild war sehr uneindeutig, nicht so recht weiter wusste und einfach in irgendeine Richtung gelaufen bin. Dummerweise eben die Falsche….Allerdings war ich so schlau einer Buslinie zu folgen, die an irgendeiner Haltestelle auch über einen Liniennetzplan verfügte, was hier nicht sooo die Regel ist. Anhand von Plan und Bild konnte ich dann wenigstens erkennen, wo ich ungefähr hin musste.

Bei Aldi angekommen, war es schon reichlich spät…. ein Uhr um genau zu sein. Allerdings wollte ich mich schon um drei mit jemandem treffen, der auch neu in Brüssel war und die Stadt erkunden wollte….

Ich habe mich also beeilt. Das war nicht so einfach, denn der Aldi war voll. Sehr voll…und wirklich sehr unaufgeräumt. Dennoch habe ich dort Tofu und andere Sojaprodukte entdeckt, die vergleichsweise günstig waren.

Mit diesen, sowie mit einer neuen SIM-Karte ausgestattet, stieg ich dann in einen Bus. Schlauerweise kam ich auf die Idee meine neue Karte gleich mal auszuprobieren. Da ich ein Handy mit zwei Slots habe, baute ich die alte Karte nach hinten, die neue in den ersten Slot und schaltete das Handy an. Dummerweise, typisch ich….habe ich die Bedienungsanleitung nicht gelesen….es war eben doch nicht soooo einfach….naja…und der Eile, ich wollte ja schnell zurück, um gleich wieder los zu fahren, habe ich die holländische Bedienungsanleitung auch überhaupt nicht verstanden….

An der Wohnung angekommen hab ich schnell was gegessen und versucht mein Handy wieder hinzubekommen, indem ich die SIM-karten tauschte, was gar keine gute Idee war….Jetzt funktionierte gar keine mehr….und ich musste los…ich schrieb an meinem Laptop noch schnell, dass ich unterwegs sei und zu spät kommen würde, aber….ja…

Netterweise wartete mein „Date“ (eine Auszubildende aus NRW, die eine Auslandsstation hier macht) auf mich.

Sie kannte sich schon etwas aus. Wir sind am Justizpalast gestartet, von da aus sind wir zum Grand Place gelaufen und haben uns dort die Gegend angeschaut. Wirklich viele süße Läden, ein kleiner Antikmarkt und tolle alte Gassen sind dort zu finden.

Und viiiieele Waffelläden (man könnte fast sagen, so wie bei uns die Dönerläden…) mit meega gut aussehenden Toppings (Ja, ehrlich zugegeben, da bereut man manchmal das Veganerdasein….aber naja…Milch und Weizen…)

Aber es gab dort auch einen tollen Laden, mit ararbischen Süßigkeiten. Leider habe ich von diesem kein Foto gemacht….. was ich echt bereue, denn es gab viiiieeele tausend Varianten orientalischer Leckereien, wie Baklava, Kugels aus Sesam, Mandel und Honig oder Halva. Da konnten wir einfach nicht widerstehen… Die Sesam-Mandel Kugel war suuuuper lecker. Dazu habe ich mir noch etwas Halva gegönnt. Dieses durften wir sogar vorher probieren 🙂

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Nach dieser kleinen Kostprobe haben wir uns, ohne es zu wissen, in Brüssels bekanntester Bierkneipe, dem Deliriumkaffee, ein Bier gegönnt. Das Kaffee hat über 2000 Biersorten zur Auswahl. Darunter gibt es ganz viele tolle Geschmackssorten, denn anders als in Deutschland gibt es hier kein Reinheitsgebot. Das hat zur Folge, dass hier die Zusätze, also Früchte und so weiter, schon während des Gärprozesses hinzugefügt werden. Das führt dazu, dass das Bier intensiver nach der bestimmten Geschmacksrichtung schmeckt. Und tatsächlich hat mein Schokobier mehr nach Schokolade beziehungsweise Kakao geschmeckt, als nach Bier. Es war wirklich sehr lecker, auch wenn man das jetzt bei dieser Kombination nicht sooo sehr vermuten würde.

Nach einem kleinen Abendessen bei einer Bio/veganen Kette (Exki) bin ich zur Wohnung zurück. Dort angekommen bin ich einfach nur in mein Bett gefallen.

Brüssel im Regen

Heute gab es dann leider Brüssel im Regen…

Ich bin heute, nicht vorsätzlich, noch später wach geworden als gestern. Irgendwie….naja, scheinbar holt sich der Körper wohl doch manchmal, was er braucht.

Nach einem Frühstück aus Karmutreiswaffeln (Ja…irgendwie war das mit dem Brotkaufen nicht ganz so einfach…da es fast nur helles Brot und zumeist auch nur Weizenbrot gibt), Halva, meinem tollen Aufstrich (Danke an den Osterhasen an dieser Stelle 😉 ), den ich aus Berlin mitgebracht habe, Obst und Gemüse ging es dann los zum Gare du midi auf den Markt. Diesmal war ich auch so schlau und habe eine Karte mitgenommen. Und, Gott sei Dank, einen Regenschirm, denn es hat heute viel geregnet. Allerdings war es aushaltbar, da es nicht kalt dabei war. Die Leute hier stört der Regen nicht. Hier regnet es so viel, dass sie sich schon daran gewöhnt haben und sie ihn einfach ignorieren.

Der Markt….

Auf diesem Markt bekommt man eigentlich fast alles. Obst, Gemüse, Kleidung, Brot, Oliven, Süßes…..ok…Haushaltsware eher weniger.

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Eigentlich hat der Markt nur bis um ein Uhr geöffnet. Aber die Stände sind schon länger aufgebaut. Wenn man, so wie ich, erst um ein Uhr da ist, hat man sogar das Glück sehr günstig einkaufen zu können. Für gerade mal zehn Euro kann man sich für die komplette Woche Obst und Gemüse holen.

Nach meinem Besuch und Einkauf auf diesem Markt beschloss ich zu Fuß zu laufen, da ich nicht mit der Metro fahren wollte. Einerseits, weil ich die Metro nicht mag, andererseits, weil man hier tatsächlich ein Ticket kaufen muss.

Wiedermal bin ich in die falsche Richtung gelaufen…. Das war diesmal wirklich eine gute Sache. Ich habe nämlich den Markt an den Schlachhöfen entdeckt. Der ist ebenfalls rieeesig und hat noch mehr Auswahl. Neben den eben ausgezählten Dingen, gab es sogar Öfen, Laptops, Tapeten und sogar lebendige Tier zu kaufen.

Im Regen bin ich dann von diesem Markt zurück gelaufen, bis ich eine Tram gefunden hatte, die in meine Richtung fuhr.

Tja….und nach diesem regnerischen riesen Spaziergang habe ich mir dann ein Essen aus meinem frisch gekauften Gemüse bereitet (um genau zu sein aus Pilzen, Tofu, Avocado und grünem Spargel).

Jetzt warte ich gespannt, was mein erster Arbeitstag so bringen wird….

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