Meine erste Woche in Brüssel

Tja….was soll ich sagen. Eine Woche ist schon rum. Die erste von 12.

Und wie war sie? Das fragt ihr euch jetzt sicherlich…

Ein Woche der Eingewöhnung

Also ja…. Montag ging es ja los. Ich war pünktlich auf die Uhr und habe den Weg dieses Mal gut gefunden.

Die Landesvertretung ist relativ nah am Place Schuhmann, dem Herzstück des Europaviertels, in dem die Komission, der Rat, das Parlament und andere wichtige Institutionen ihren Sitz haben. Wir haben ein eigenes Gebäude, mit einer eigenen (wirklich tollen) Küche, in der wir auch richtig kochen dürfen, wenn wir wollen.

Mein Büro, welches ich mir mit dem jeweiligen Hospitanten teile, liegt direkt an der Straße. Das ist toll, weil man so viel beobachten kann. Andererseits bekommt man eben auch einfach alles mit.

…eine Woche mit einigen Katastrophen

Das mit dem Transportmittel war dann so eine Sache. Da ich nicht wirklich Lust hatte mir ein Ticket zu kaufen und jeden morgen in eine überfüllte, stinkende Metro oder Tram zu steigen (die sind hier noch voller als in Berlin), habe ich überlegt mir ein Fahrrad zu kaufen.

Naja, war dann alles nicht soooo günstig. Und auch nicht so leicht zu organisieren. Dann bin ich auf Villo! gestoßen. Villo! ist eine ganz coole Sache. Das Unternehmen vermietet Fahrräder. Die findet man hier an jeder Ecke. Für einen geringen Jahresbeitrag kann man sich einen Account machen und dann Fahrräder von jeder Station nehmen. Man hat eine Karte, die vor ein Kartenlesegerät gehalten wird. Dann gibt mann seine PIN ein und sucht sich ein Fahrrad aus. Das wird nun von einem Dock gezogen und los kann’s gehen. Die erste halbe Stunde ist immer unentgeltlich. Danach bezahlt man pro halbe Stunde 50 Cent.

Die erste Fahrt war aber nicht ganz so einfach. Schlauerweise bin ich von meiner Arbeit zur Wohnung gefahren und nicht umgekehrt. Ich hatte mir den Weg vorher angeschaut und meinte zu wissen wo ich lang fahren müsse. Nun gut, ich bin also zu dieser Villo!Station, hab mir ein Fahrrad abgezogen und los ging’s. Irgendwie bin ich aber falsch abgebogen oder so. Jedenfalls stimmten die Namen der Straßen, durch die ich fuhr nicht mit denen überein, die ich auf der Karte vorher angeschaut hatte. Also hielt ich an, holte das Handy raus, machte meine Datenverbindung an, schaute, wo ich denn grad war und versuchte mir eine neue Route anzeigen zu lassen. Die Route wurde angezeigt. Aber irgendwie fand ich die Straßen nicht….was eben auch daran las, dass die Straßenschilder in Belgien an den oben Häuserecken angebracht sind, so dass sie sich nicht immer unmittelbar im Sichtfeld befinden. Deshalb bin ich quasi an jeder Ecke angehalten um zu schauen, ob ich richtig bin, was dazu führte, dass es unheimlich lange dauerte, aber ich irgendwie auch immer verwirrter wurde. Naja….und da mein Orientierungssinn zugegebenermaßen jetzt nicht der beste ist, wusste ich auch nicht mehr in welche Richtung ich überhaupt musste….

Vollkommen verzweifelt entschloss ich mich dann mich von meinem Handy navigieren zu lassen. Mit dem Handy in der Hand fuhr ich nun dessen Angaben nach. Ja, ich muss zugeben, dass es doch manchmal keine ganz schlechte Idee ist, seinen Standpunkt preiszugeben, denn danach hat es nur noch eine verhältnismäßig kurze Zeit gedauert und ich war bei meiner Wohnung.

Das ist auf meinem Weg zur Arbeit, wenn ich Fahrrad fahre...
Das ist auf meinem Weg zur Arbeit, wenn ich Fahrrad fahre…

Was ich vorher nicht wusste, war, dass Fahrrad fahren in Brüssel lebensgefährlich ist. Insbesondere morgens, wenn alle in die Stadt ins Zentrum wollen, herrschen hier chaotische Verhältnisse. Man sollte eine Warnweste tragen und keine Angst haben, sich auch mal nur einen Millimeter entfernt an einem Auto vorbei zu schlängeln oder von einem solchen unter Einhaltung minimalster Abstände überholt zu werden.

Tja eine andere kleinere Katastrophe ist, dass die Toilette hier oben im Bad verstopft ist. Irgendwer war so schlau sich nicht an den Hinweis unserer Vermieterin zu halten, der besagt, dass Geschäfte mit intensiver Klopapiernutzung, sowie die Entsorgung von Hyghienegegenständen nicht oben in der Toilette statt zu finden hätten (ja, es gibt Leute, die schmeißen so etwas ins Klo), zu halten. Jetzt müssen wir immer unten gehen….

….und einigen Bekanntschaften

Neben der sonntäglich erwähnten Praktikantin, war ich Dienstag bei Praktikantenstammtisch. Dort habe ich einige Leute kennengelernt. Die meisten arbeiten EP (Europäischen Parlament) bei einem Abgeordneten. Aber ja…so richtig vertieft hat sich das noch nicht. Insbesondere, weil ich ja noch nicht ins EP kann, weil mir der Ausweis fehlt und ich an vielen Aktivitäten nicht teilnehmen kann.

Beim Stammtisch habe ich dieses Pfirsichbier ausprobiert. Aber Bier schmeckt man da nicht wirklich raus.
Beim Stammtisch habe ich dieses Pfirsichbier ausprobiert. Aber Bier schmeckt man da nicht wirklich raus.

2 Gedanken zu „Meine erste Woche in Brüssel“

  1. Hey Mareike,
    ich habe heute deine web-seite gelesen und war begeistert. Wenn ich wieder Zeit und die Möglichkeit habe, werde ich deine Kommentare weiterverfolgen.
    Liebe Grüße
    Opa Rudi und Oma Hanna

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